Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum

Tief im Innern des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums leisten spezielle Verstärkersysteme von Ampegon bei der Behandlung von Tumoren und der Weiterentwicklung der Strahlentherapie ihren Beitrag.

Ampegon konstruiert und liefert Hochleistungs-HR-Systeme für Erfolg versprechende neue Verfahren, die Hochenergieteilchen in der Krebstherapie einsetzen. Ein solches Zentrum ist das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT). Seit seiner Einweihung 2009 ist das Therapiezentrum die erste Klinik in Europa, in der Patienten sowohl mit Protonen wie auch Schwerionen bestrahlt werden.

Ionenbestrahlung ist eine äusserst genau und biologisch wirksame Behandlungsmethode. Anders als bei der herkömmlichen Röntgenstrahltherapie kann der Ionenstrahl punktgenau seine Dosis in den Tumor abgeben ohne dabei das gesunde Gewebe um den Tumor zu beschädigen. Diese Behandlungsmethode gibt Krebspatienten neue Hoffnung, bei denen konventionelle Röntgenbestrahlung nicht angewendet werden kann, weil die erforderliche Strahlendosis den Tumor nicht erreichen und zerstören würde. Zu diesen Tumoren gehören solche, die besonders tief liegen, gegen konventionelle Röntgenstrahlung extrem widerstandsfähig sind oder an höchst empfindliches Gewebe grenzen, das durch Strahlung leicht geschädigt werden kann, wie z.B. hinter den Sehnerven oder im Darm.

HIT ist eines der grössten medizinischen Forschungsprojekte in der Geschichte Deutschlands.

Der Ionenstrahl wird von einem Teilchenbeschleuniger erzeugt. Zuerst erzeugt eine Ionenquelle positiv geladene Ionen, die in einen Linearbeschleuniger (Linac) abgegeben werden. Im Linac werden die Ionen auf etwas mehr als ein Zehntel Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dann in einen Synchrotron-Speicherring geführt. Während etwa einer Million Umläufe wird die Geschwindigkeit der Ionen auf 75 % der Lichtgeschwindigkeit erhöht, um anschliessend in den Behandlungsraum geführt zu werden. Magnete lenken den Therapiestrahl entweder leicht horizontal oder vertikal, um so den optimalen, von Spezialisten zuvor ermittelten Winkel zur Bestrahlung des Tumors zu erreichen.

Sobald das HIT seine volle Kapazität erreicht hat, werden etwa 1300 Patienten pro Jahr laufend behandelt werden können. Das Hauptaugenmerk des Zentrums liegt auf der interdisziplinären klinischen und experimentellen Erforschung neuartiger Krebsbehandlungen mit Ionenbestrahlung. Nach 15 Jahren Planung, sechs Jahren Bauzeit und mit einer Investition von 119 Millionen Euro ist das HIT eines der grössten medizintechnischen Forschungsprojekte Deutschlands. Das Zentrum liegt neben der Heidelberger Universität und hat ungefähr die Grösse eines Fussballfeldes. Der Beschleuniger ist in einem unterirdischen Raum angeordnet, dessen Oberfläche mit Gras bewachsen ist. In zwei Behandlungsräumen wird ein fester horizontaler Strahl geführt. Im Dritten befindet sich die drehbare Gantry, die den Strahl um den Patienten führt und so eine Bestrahlung aus jedem Winkel ermöglicht.  Schätzungsweise ein Drittel der Patienten werden mit dieser Technologie behandelt werden können.